Zum ersten Mal wurden am 21.01.2025 die Digitaler Humanismus in der Praxis Awards vergeben. Diese zeichnen herausragende Projekte, Menschen und Unternehmen aus, die den digitalen Wandel mit ethischen Werten verbinden. Vergeben wurden die Preise von msg Plaut sowie Austrian Digital Value (ADV) mit Unterstützung des Vereins zur Förderung des digitalen Humanismus.
Die Entscheidung zugunsten der Sieger:innen traf eine hochkarätige besetzte Jury mit heimischen Größen aus Wirtschaft und Wissenschaft, darunter die Initiatoren Georg Krause (msg Plaut) und Roland Ledinger (BRZ), Thomas Arnolder (A1), Sabine Herlitschka (Infineon), Harald Kräuter (ORF), Hartwig Löger (VIG), Wolfgang Müller (Stadt Wien), Patricia Neumann (Siemens), Sarah Spiekermann (WU Wien), Henrietta Egerth (FFG), Gerfried Stocker (Ars Electronica Center) sowie Hannes Werthner (TU Wien).
Gewinner der Kategorie: Personen
Carina Zehetmaier
Carina Zehetmaier ist eine führende Expertin im Bereich rechtlicher und ethischer Aspekte vertrauenswürdiger KI, Präsidentin von Women in AI Austria und Gründerin von Paiper.One. Mit ihrem klaren Fokus auf menschenzentrierte und ethische KI setzt sie Maßstäbe für die Integration von Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft im Sinne des digitalen Humanismus. Ihr Engagement reicht von der Förderung von Vielfalt und Inklusion in der KI, bis hin zur Unterstützung bei der Entwicklung vertrauenswürdiger KI-Lösungen, die gesellschaftlichen Mehrwert bringen.
Martin Giesswein
Martin Giesswein setzt den Digitalen Humanismus seit vielen Jahren aktiv um. Er ist als Ethical AI Advisor beim EU-Projekt Draigon sowie als AI Program Director an der WU Executive Academy tätig. Als Mitinitiator der DigitalCity.Wien zählt er zu den Hauptakteuren des Digitalen Humanismus in Zusammenarbeit mit den Organisationen der Stadt Wien. Er hat zu diesem Thema bereits vielfach publiziert und hundertfach Vorträge und Seminare gehalten. Auch in seinen Büchern und in seinem Podcast „Digital in Führung” behandelt er die Umsetzung des Digitalen Humanismus.
Reinhard Pichler
Prof. Reinhard Pichler prägt maßgeblich die Initiative welcome.TU.code an der TU Wien mit, die 2014 von Prof. Hannes Werthner ins Leben gerufen wurde. Die Initiative, die Prof. Pichler gemeinsam mit Prof. Nysret Musliu seit vielen Jahren gestaltet und vorantreibt, ist ein Vorzeigeprojekt für Digitalen Humanismus. Ziel ist es, benachteiligten Gruppen, ins-besondere Geflüchteten und bildungsfernen Jugendlichen, den Zugang zu Informatik und digitalen Schlüsselkompetenzen wie Programmierkenntnissen zu ermöglichen.
Gewinner der Kategorie: Projekte, Produkte und Dienstleistungen
Unterstützter-Kommunikation Klinik Floridsdorf
FH Technikum Wien wurde gemeinsam mit Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen und Klinik Floridsdorf des Wiener Gesundheitsverbunds (WIGEV) mit dem Digitalen Humanismus Award ausgezeichnet. Ein Projektschwerpunkt widmet sich der Entwicklung und Erprobung von Maßnahmen der Unterstützten Kommunikation im Gesundheitsbereich.
Personenzertifizierung
P90: VbE-A
Die Zertifizierungsstelle von Austrian Standards erarbeitete gemeinsam mit Expert:innen als erste Zertifizierungsstelle Europas eine Personenzertifizierung (gem. ISO/IEC 17024) zum „Value-based Engineering Ambassador (VbE-A) gem. ISO/IEC/IEEE 24748-7000)“. Zertifizierte Personen sollen künftig IT/KI-Projekte im Sinne des Digitalen Humanismus umsetzen und begleiten.
Digital Patient Journey
Mit infomed.360-Universum bietet das Competence Center Digital Healthcare by MP2 eine umfassende Unterstützung der Patient Journey und setzt verantwortungsvolle Standards für ein menschenzentriertes Gesundheitswesen. Das spart Ressourcen & optimiert Prozesse, sodass das Fachpersonal mehr Zeit für die die Patient:innen haben.
Gewinner der Kategorie: Organisationen
IEEE
IEEE SA als Vertreter von fast halber Million Techniker:innen hat die Prinzipien des Digitalen Humanismus auf Normen und ethischen Rahmen und Zertifizierung umgewandelt. Die Stadt Wien wurde als erste Träger für ethische KI von IEEE zertifiziert, und setzt explizit IEEE 7000 und Value-based-engineering in ihrer Digitalen Agenda 2030 als Tool zur Umsetzung von Digitalen Humanismus.
epicenter.works
Seit über 14 Jahren setzt sich epicenter.works (vormals AK Vorrat) für Grundrechte im digitalen Zeitalter ein. Sie sind kompetente Ansprechpartner:innen für Ministerien und Parteien, die uns regelmäßig als Sachverständige in parlamentarischen Ausschüssen oder ministeriellen Arbeitsgruppen einladen.
VRVis
VRVis ist mit seinen Standorten in Wien und Graz Österreichs führende Institution auf dem Gebiet des Visual Computing. VRVis ist darauf spezialisiert, durch die Kombination von KI, Simulation und Visual Computing menschliche Fähigkeiten mit den Stärken des Computers zu kombinieren.
Sonderehrungen für besondere Leistungen
Bundesrechenzentrum
Das BRZ beschäftigt sich seit 20 Jahren in Analysen und Projekten zur Technik und Schnittstelle "Technik und Mensch" im Bereich der E-Demokratie, vor allem im Bereich der E-Partizipation. Durch ein Entwicklungsprojekt wurde die Auseinandersetzung mit Anwendungen und Umfeldbedingungen zur E-Demokratie ermöglicht. Bereits 2005 wurde das erste E-Demokratie-Projekt gestartet und seitem viele Projekte in der E-Partizipation umgesetzt, bis hin zum ersten Online-Bürger:innen-Haushalt und großen mehrstufigen Online-Konsultationsverfahren.
ibis acam Bildungs GmbH
ibis acam entwickelt eine innovative Software-Plattform.
Die neue Lösung setzt auf Künstliche Intelligenz und orientiert sich an den Prinzipien des Digitalen Humanismus. Ziel ist es, alle Geschäftsprozesse von ibis acam zu digitalisieren und dabei den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Plattform soll nicht nur effizienter arbeiten, sondern auch ethische Standards erfüllen. Ein KI-Assistent unterstützt die Nutzer*innen bei ihren Aufgaben und automatisiert Routineaufgaben.
Dr. Anita Eichinger
Frau Dr. Eichinger, Direktorin der Wienbibliothek, hat sich mit einer Reihe von Initiativen um den Digitalen Humanismus verdient gemacht. Sie organisierte maßgeblich die große Diskussionsveranstaltung „Transformation gestalten. Digitaler Humanismus“, eine Kooperation der Wienbibliothek, der Wiener Zeitung und der Universität für angewandte Kunst. Diese wird nun gemeinsam mit der TU Wien und der Social City Academy fortgesetzt. Zudem initiierte und organisiert sie die regelmäßigen „Wiener Montagsgespräche“ in den Loos-Räumen, die als Salon für den Austausch zu Themen des Digitalen Humanismus dienen.